Loreto-Kapelle

Das Herz des Weilers

 

Die Kapelle wurde 1679 von Landamann und Bannerherr Wolf Dietrich von Reding Biberegg an Stelle des alten Turmes der ehemaligen Redingburg erbaut. Die Stiftungsurkunde für die Kapelle und die Pfründe zu Biberegg sind erhalten. Der Grundstein zur Kapelle wurde vom Einsiedler Fürstabt Augustin Reding gelegt. Er überbrachte der Kapelle ein sehr ehrwürdiges Geschenk, nämlich das jetzt noch in der Kirche hinter dem Altar sich befindende Gnadenbild unserer lieben Frau, welches demjenigen von Loreto genau nachgebildet sein soll und welches der Fürstabt 1684 auf seiner Romreise selber von Loreto gebracht hat.

Zum Bau der Kapelle wurde das Material des erwähnten Turmes verwendet, der dazumal noch 15 Fuss Höhe und 10 Fuss Tiefe hatte. Die Kapelle scheint erst 1687 vollendet worden zu sein. Die Baukosten beliefen sich auf 3500 Gulden. 1693 wurde sie durch den Nachfolger von Abt Augustin, Raphael von Gottrau, mit Erlaubnis des päpstlichen Nuntius feierlich benediziert.  Die Konsekration der Kapelle wurde im Jahre 1701 durch Konrad Ferdinand, Weihbischof von Konstanz, vollzogen.

Grösse und Form der Kapelle entsprechen genau dem heiligen Haus zu Loreto. Westlich der Kapelle befindet sich das Pfrundhaus des H.H. Ehrenkaplans. Der Bau scheint unmittelbar nach der Vollendung der Kapelle erstellt worden zu sein. Seit dem Jahr 1687 war die Stelle eines Ehrenkaplans immer besetzt und der stiftungsgemässe Gottesdienst immer gehalten worden.

1783 wurde „die Bruderschaft der letzten Endesgnade“ mit grosser Feierlichkeit eingeführt und die Bulle dieser Bruderschaft ist von Papst Pius VI. ausgestellt worden. Bis jetzt wurden rund 9700 Mitglieder eingeschrieben. Wichtiger als die Einführung dieser Bruderschaft war die Gleichstellung der Loretokapelle mit der Basilika von Loreto. Es ist daher seit 1807 eine Wallfahrt nach Biberegg mit den gleichen Ablässen, Gnaden und geistigen Vorteilen verbunden wie eine Wallfahrt nach Loreto in Italien.

(Auszug aus der Chronik der Ehrenkaplanei)

Text Box: Mit dem päpstlichen Privileg vom 3. Februar 1807 durch Papst Pius VII. wurde die Wallfahrt nach Biberegg einer Wallfahrt zur Basilika nach Loreto in Italien gleichgestellt.

Abbildung:

Bruderschaft der letzten Endesgnade

Foto: Kapelle im März 2006

Foto: Kapelle im Herbst 2006